KI in der Arbeitswelt: Fluch oder Segen?
Ich beschäftige mich seit zwei Jahren intensiv mit den verschiedensten KI-Optionen: von Bild- und Musikgenerierung über Textoptimierung bis hin zu Coding-Unterstützung. Selbst beim Schreiben dieses Blogbeitrags ist eine KI im Hintergrund aktiv, die mir hilft, meine Gedanken besser zu formulieren oder Abschnitte neu zu strukturieren. Auf meinem Smartphone werden Fotos automatisch durch KI „poliert“, mein Postfach wird aufgeräumt, PowerPoint-Präsentationen werden generiert – sogar das Design wird optimiert. Und wenn ich einen Prompt an eine KI schreibe, gibt es oft eine andere KI, die diesen Prompt noch verbessert. Verrückt, oder?
Ein Beispiel dafür ist der GitHub Copilot im Agent Mode: Hier repromptet sich die KI selbst, um bessere Ergebnisse zu liefern. Einerseits lerne ich durch diese Tools ständig neue Fähigkeiten – was natürlich Zeit und Energie kostet –, andererseits fühle ich mich produktiver und habe das Gefühl, mehr Zeit zur Verfügung zu haben. Aber diese zusätzliche Zeit auf der Arbeit bedeutet leider nicht, dass ich früher nach Hause komme. Stattdessen arbeite ich einfach noch mehr. Paradox, oder? Vielleicht ändert sich das ja irgendwann mit der 30-Stunden-Woche. Schließlich will ich am Ende des Monats trotzdem mein volles Gehalt bekommen. 😄
Doch was bedeutet diese Entwicklung eigentlich für uns als Entwickler und für unsere Arbeitswelt? Tauchen wir ein in die spannende Welt der KI und schauen uns an, wie sie unsere Arbeit verändert – und was das für unsere Work-Life-Balance bedeutet.

Klemens Morbe
Softwareentwickler
Veröffentlicht am
2. April 2025

Die Rolle von KI in der Softwareentwicklung
Tools wie GitHub Copilot sind echte Gamechanger in der Softwareentwicklung. Sie helfen uns dabei, repetitive Aufgaben zu automatisieren und komplexe Probleme schneller zu lösen. Studien zeigen, dass solche Tools nicht nur Effizienz steigern, sondern auch die Qualität der Arbeit verbessern können. Ein Beispiel: Boilerplate-Code wird in Sekunden generiert, wodurch Entwickler mehr Zeit für kreative und strategische Aufgaben haben.
Doch hier liegt auch die Herausforderung: Die gewonnene Zeit wird oft nicht genutzt, um früher Feierabend zu machen oder sich anderen Aufgaben zu widmen. Stattdessen füllen wir sie mit neuen Projekten – ein Phänomen, das in vielen Branchen beobachtet wird.
Mit der Einführung von KI-Tools hat sich auch unser Skillset verändert. Prompt Engineering ist mittlerweile eine gefragte Fähigkeit. Doch das Erlernen dieser neuen Kompetenzen kostet Zeit und Energie – Ressourcen, die wir eigentlich durch den Einsatz von KI sparen wollten.
Work-Life-Balance: Mehr Zeit oder mehr Stress?
Die Illusion der Effizienz
KI verspricht uns mehr Effizienz und damit theoretisch mehr Freizeit. Doch eine Studie von Upwork zeigt, dass 77 % der Nutzer von KI-Tools berichten, dass ihre Arbeitsbelastung gestiegen ist. Warum? Die Daten zeigen es:
- 39 % verbringen mehr Zeit mit der Überprüfung von KI-Inhalten
- 23 % investieren Zeit in das Erlernen der Tools
- 21 % erhalten durch KI sogar mehr Aufgaben
Falls doch Zeit gewonnen wurde, kann die zusätzliche Zeit oft für neue Aufgaben genutzt werden – ein klassisches Beispiel für das Parkinsonsche Gesetz: Arbeit dehnt sich aus, um die verfügbare Zeit auszufüllen. Im Umkehrschluss, solang man Aufgaben hat, wird man den Tag mit neuen Dingen füllen.
Die 30-Stunden-Woche als Lösung?
Die Idee einer 30-Stunden-Woche klingt verlockend – vor allem in Kombination mit den Produktivitätsgewinnen durch KI. Studien zeigen jedoch, dass Unternehmen oft zögern, solche Modelle umzusetzen. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, ob wir als Entwickler wirklich bereit sind, weniger zu arbeiten – auch wenn uns die Arbeit Spaß macht.
Kognitive Grenzen: Wie viel können wir aufnehmen?
Das menschliche Gehirn hat klare Grenzen. Laut George A. Millers berühmter Magischen Zahl können wir nur 7±2 Informationseinheiten gleichzeitig im Kurzzeitgedächtnis speichern. In einer Welt voller Informationen stoßen wir schnell an diese Grenzen.
KI kann helfen, Informationen zu filtern und aufzubereiten – aber sie kann uns nicht vollständig entlasten. Am Ende müssen wir selbst entscheiden, welche Informationen wichtig sind und welche nicht.
Wie sieht die Zukunft aus?
Eine Studie von Dell Technologies prognostiziert, dass 85 % der Jobs im Jahr 2030 heute noch gar nicht existieren. Die Generation Alpha wird diese Arbeitswelt prägen – eine Generation, die mit digitalen Technologien aufwächst und flexible Arbeitsmodelle bevorzugt.
Unternehmen müssen nicht nur sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden Zugang zu den besten Tools haben – sie müssen auch dafür sorgen, dass diese Tools sinnvoll eingesetzt werden und nicht zu Überarbeitung führen.
Balance finden in einer beschleunigten Welt
KI ist ein mächtiges Werkzeug – aber wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wie wir es einsetzen. Sie kann uns helfen, produktiver zu sein und neue Fähigkeiten zu lernen. Aber sie kann uns auch stressen und dazu führen, dass wir immer mehr arbeiten.
Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zu finden: zwischen Produktivität und Entspannung, zwischen Arbeit und Freizeit. Denn am Ende des Tages geht es nicht nur darum, was wir schaffen – sondern auch darum, wie wir leben.
Was denkst du darüber? Wie gehst du mit den Herausforderungen um, die KI mit sich bringt? Lass uns gerne darüber diskutieren! 😊

Hier schreibt
Klemens Morbe
Als erfahrener Backend-Entwickler mit Schwerpunkt auf Java und Spring bin ich leidenschaftlich für Clean Code und effiziente Softwarearchitekturen.
Meine Expertise teile ich sehr gerne im Unternehmen sowie in Blogartikeln, die über theoretische Konzepte hinausgehen und realitätsnahe Lösungen für den Entwickleralltag bieten.
Durch meine Beiträge möchte ich nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch den fachlichen Austausch in der Community fördern und zur stetigen Verbesserung der Softwarequalität beitragen.
Quellen
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