Was sind KI-Agenten? KI-Tools für Entwickler & Teams
KI-Agenten sind mehr als nur ein Marketingbegriff, sie versprechen Aufgaben autonom zu planen und auszuführen, ohne ständiges Eingreifen. Dieser Artikel erklärt, was diese Technologie, beispielhaft gezeigt an GitHub Copilot Agent Mode oder Manus AI, wirklich bedeutet und wie sie die Softwareentwicklung verändert.

Softwareentwickler
25. Februar 2026

Was ist ein KI-Agent?
Ein KI-Agent ist im Kern eine künstliche Intelligenz (KI), die nicht nur auf Anweisungen reagiert, sondern eigenständig Ziele verfolgt, Entscheidungen trifft und Aufgaben erledigt. Im Gegensatz zu klassischen Automatisierungstools wie IFTTT oder Power Automate, die strikt nach vordefinierten Regeln arbeiten, kann ein KI-Agent flexibel auf neue Informationen reagieren und eigenständig Lösungen finden.
Wie unterscheidet sich ein KI-Agent von herkömmlicher KI?
Die meisten KI-Tools, die du vielleicht kennst, wie ChatGPT oder Sprachassistenten wie Alexa, sind reaktiv. Das bedeutet: Du gibst ihnen eine Aufgabe oder Frage, und sie liefern dir eine Antwort. Ein KI-Agent geht einen Schritt weiter:
- Er plant selbstständig, wie er eine Aufgabe löst.
- Er führt die notwendigen Schritte aus (z. B. Daten sammeln, analysieren, Berichte erstellen).
- Er überprüft seine Ergebnisse und passt sich an, falls etwas nicht stimmt.
Kurz gesagt: Ein KI-Agent denkt mit und arbeitet autonom.
Wie funktionieren KI-Agenten?
Die Magie hinter KI-Agenten liegt in der Kombination aus drei zentralen Fähigkeiten:
- Planung
Der Agent zerlegt komplexe Aufgaben in kleinere Schritte. Zum Beispiel: „Erstelle einen Blogartikel“ könnte in „Recherche durchführen“, „Text schreiben“ und „Formatierung überprüfen“ unterteilt werden. - Ausführung
Der Agent nutzt verschiedene Werkzeuge oder Modelle, um die Teilaufgaben zu erledigen. Das können APIs sein, Datenbanken oder sogar andere KI-Modelle wie GPT-4. - Selbstkontrolle
Nach der Ausführung prüft der Agent seine Ergebnisse und optimiert sie bei Bedarf. Wenn etwas nicht passt, startet er den Prozess erneut, ohne dass du eingreifen musst.
Beispiele für KI-Agenten
1. GitHub Copilot Agent Mode
Vielleicht hast du schon von GitHub Copilot gehört, dem beliebten Tool für Entwickler, das Code-Vorschläge macht. Mit dem neuen Agent Mode geht Copilot noch einen Schritt weiter:
- Es kann nicht nur Code vorschlagen, sondern auch eigenständig Aufgaben erledigen, wie z. B. Unit Tests schreiben oder APIs integrieren.
- Der Agent versteht den Kontext deines Projekts und arbeitet daran, deine Ziele zu erreichen, fast wie ein Junior-Entwickler.
Ein kleines Beispiel war hier die Erstellung eines kleinen Spiels. Es soll ein Script erstellt werden, ein Test und eine kleine Dokumentation. Es braucht keine Angabe mehr vom Kontext oder irgendwelchen Hashtags, wie #codebase.

Das Ergebnis ist natürlich entsprechend den geringen Anforderungen eher minimalistisch, aber die Aufgabe wurde erfüllt. Vielleicht erinnerst du dich noch an das kleine Minispiel im Chrome Browser, falls es mal keine Internetverbindung gab. Daran ist es etwas angelehnt.

2. Manus AI
Manus AI ist ein weiteres interessantes Beispiel für autonome Agenten. Entwickelt vom Startup The Butterfly Effect, kombiniert Manus mehrere spezialisierte „Sub-Agenten“, um komplexe Aufgaben zu lösen:
- Ein Planungsagent zerlegt deine Anfrage in einzelne Schritte.
- Ein Ausführungsagent nutzt Tools wie Webbrowser oder Datenbanken, um Informationen zu sammeln oder Berichte zu erstellen.
- Ein Verifizierungsagent überprüft die Ergebnisse und verbessert sie bei Bedarf.
Mit einem konkreten Beispiel haben wir es ausprobiert:
Run a thorough SEO audit on my companies website (https://pep.digital/) and deliver a detailed optimization report with actionable recommendations. And accessibility (inclusion) index.
Man kann dem Agenten live zuschauen was er tut. Auf welcher Unterseite gerade gesucht wird und welche Befehle abgesetzt werden. Man erkennt, dass der Agent dabei auf seiner eigenen Instanz auf einer VM unterwegs ist und dabei Ordner und Dateien erstellt. Nach 15 Minuten war die Arbeit getan und es wurde eine ZIP-Datei mit ein paar Markdown Dateien darin zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Findings wurden in 3 Kategorien eingeordnet, "critical", "medium" und "low". Der Bericht zeigte noch ein paar kleinere Lücken auf, die man beheben sollte. Hier siehst du ein kürzeres Beispiel wie das ganze live abläuft. Der Agent macht sich seine eigene TODO-Liste und arbeitet diese nach und nach ab, man sieht auf welche Website navigiert werden und erkennt diese sogar in einer kleinen Preview-Ansicht. Super!

Wenn dir das ganze "zu automatisiert" abläuft, kannst du den Agenten ein wenig anpassen. Ohne etwas zu tun, versucht der Agent auf eigene Faust Anforderungen zu validieren und sucht sich unabhängig die Bestätigung. Du kannst aber einstellen, dass es bei Anforderungen oder eigenen Ideen bei dir nachfragt, anstatt das Internet zu befragen. Nach jedem Prompt, ähnlich wie bei ChatGPT, wird ein Wissensdatenbank-Eintrag angelegt mit Informationen über dich oder deine Wünsche. Zusätzlich kannst du auch Wissen/Wünsche aktivieren und deaktivieren. Hier ist ein Beispiel für einen Wunsch, sodass der Agent immer bei Anforderungen bei dir nachfragt.

Warum sind KI-Agenten so spannend?
1. Autonomie spart Zeit
Stell dir vor, du könntest wiederkehrende Aufgaben komplett abgeben: Berichte schreiben lassen, Daten analysieren oder sogar Marketingkampagnen planen, während du dich auf strategische Entscheidungen konzentrierst.
2. Flexibilität
Im Gegensatz zu klassischen Automatisierungstools passen sich KI-Agenten an neue Situationen an. Sie können mit unvorhergesehenen Problemen umgehen und Lösungen finden, ohne dass du neue Regeln definieren musst.
3. Integration in bestehende Workflows
Viele moderne Agenten lassen sich nahtlos in Tools integrieren, die du bereits nutzt, sei es GitHub für Entwickler, Google Workspace für Office-Aufgaben oder einfach nur Trello für die Aufgabenverteilung.
Risiken von KI-Assistenten: Was Unternehmen wissen sollten
So cool KI-Agenten auch klingen, ganz ohne Haken kommen sie nicht. Bevor du ihnen blind vertraust, solltest du diese Punkte im Hinterkopf behalten:
- Fehleranfälligkeit: Nicht immer perfekt
Agenten sind nur so gut wie die Daten, mit denen sie arbeiten, und die Anweisungen, die sie bekommen. Falsche Infos oder Missverständnisse können zu unbrauchbaren oder sogar schädlichen Ergebnissen führen. Eine kritische Überprüfung wichtiger Resultate durch dich ist also oft unerlässlich. - Die Blackbox-Problematik: Undurchsichtige Entscheidungen
Oft ist schwer nachvollziehbar, wie ein Agent zu seiner Lösung gekommen ist. Diese „Blackbox“ macht es schwierig, Fehler zu finden, dem Ergebnis voll zu vertrauen oder sicherzustellen, dass keine unfairen Vorurteile (Bias) aus den Trainingsdaten übernommen wurden. Viele Modelle setzen schon bei diesem Problem an, und bieten ein Reasoning an. - Datenschutz und Sicherheit: Wohin mit den Daten?
Um zu funktionieren, brauchen Agenten oft Zugriff auf viele Daten, manchmal auch auf sensible Informationen. Das wirft ernste Fragen zum Datenschutz (Stichwort DSGVO!) und zur Sicherheit auf. Überlege gut, wem du welche Daten anvertraust.
Diese Punkte zeigen: Es ist Vorsicht geboten. Aber wenn du die Risiken kennst und bewusst damit umgehst, können KI-Agenten trotzdem unglaublich wertvolle Helfer sein, deren Vorteile, gerade in Bereichen wie Entwicklung oder Analyse, oft überwiegen.
Wie kannst du von KI-Agenten profitieren?
Wenn du neugierig geworden bist und selbst mit KI-Agenten experimentieren möchtest, hier ein paar Tipps:
- Probiere den GitHub Copilot Agent Mode aus (falls du Entwickler bist). Es ist kostenlos und in der Preview Version verfügbar.
- Nutze Plattformen wie Manus AI für komplexe Aufgaben wie Marktanalysen oder Berichterstellung. Aktuell kann man es nur per Einladungscode testen oder man reicht eine Bewerbung ein, um als Tester zugelassen zu werden.
- Teste Open-Source-Lösungen wie Auto-GPT oder BabyAGI, um eigene Agenten zu entwickeln.
KI-Agenten in Unternehmen einsetzen: Chancen, Automatisierungspotenzial und Zukunft der Arbeit
KI-Agenten entwickeln sich zu mehr als nur einem Trendbegriff. Sie bieten das Potenzial, Arbeitsweisen in vielen Bereichen spürbar zu beeinflussen und könnten ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung der Automatisierung sein. In Feldern wie der Softwareentwicklung oder bei der Unterstützung strategischer Aufgaben eröffnen sie interessante neue Möglichkeiten, um Abläufe zu beschleunigen und die Effizienz zu steigern.
Werkzeuge wie der GitHub Copilot Agent Mode oder Manus AI geben bereits heute einen Vorgeschmack darauf, was machbar ist, und es ist anzunehmen, dass die nächste Generation dieser Agenten noch vielseitiger und leistungsfähiger sein wird.
Angesichts dieser Entwicklung stellt sich weniger die Frage ob, sondern eher wie und wann sich solche KI-Agenten sinnvoll und verantwortungsbewusst in den eigenen Arbeitsalltag integrieren lassen könnten. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Technologie weiterentwickelt und welche konkreten Vorteile sie uns in der Praxis bringen wird.
Interessiert an KI-Agenten oder KI-Beratung? Sprechen Sie uns gern an.
Kontakt ->

Klemens Morbe
Als erfahrener Backend-Entwickler mit Schwerpunkt auf Java und Spring bin ich leidenschaftlich für Clean Code und effiziente Softwarearchitekturen.
Meine Expertise teile ich sehr gerne im Unternehmen sowie in Blogartikeln, die über theoretische Konzepte hinausgehen und realitätsnahe Lösungen für den Entwickleralltag bieten.
Durch meine Beiträge möchte ich nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch den fachlichen Austausch in der Community fördern und zur stetigen Verbesserung der Softwarequalität beitragen.
Quellen
- [1]https://ifttt.com/
- [2]https://www.microsoft.com/de-de/power-platform/products/power-automate
- [3]https://github.com/features/copilot
- [4]https://github.blog/news-insights/product-news/github-copilot-the-agent-awakens/
- [5]https://chrome-dino-game.github.io/
- [6]https://manus.im/usecases
- [7]https://pep.digital/
- [8]https://manus.im/share/AWssWxITcsrl70js5L8LgU
- [9]https://code.visualstudio.com/updates/v1_99
- [10]https://manus.im/invitation
- [11]https://pep-digital.de/
Weitere interessante Artikel
Wir möchten hier nicht nur über Neuigkeiten aus dem Unternehmen berichten, sondern auch das Wissen und die Erfahrung unserer Experten teilen.

Viele reden über das große Potenzial von Automatisierung durch KI, doch produktiv genutzt wird es selten. Hier erfährst Du, warum das so ist, welche drei Hauptwiderstände Unternehmen bremsen und wie Du mit professioneller Unterstützung diese Hürden überwindest, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

Klemens Morbe
Softwareentwickler

Ich nutze nun seit zwei Jahren intensiv diverse KI in der Softwareentwicklung. Dabei habe ich festgestellt, dass ich künstliche Intelligenz auf ganz unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Absichten einsetze.

Klemens Morbe
Softwareentwickler













